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Friedensarbeit von Frauen: Standort – Wege – Perspektiven

Veranstaltung des Frauennetzwerk für Frieden und der Friedrich-Ebert-Stiftung

Anlässlich seines 15 jährigen Bestehens hat das Frauennetzwerk für Frieden, in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung, am 7. Oktober 2011 eine öffentliche Diskussionsveranstaltung ausgerichtet. Die Veranstaltung fiel auf besonders fruchtbaren politischen Boden, nachdem am Vormittag desselben Tages das Nobelpreiskomitee in Oslo bekannt gegeben hatte, dass drei Frauen für ihre Friedensarbeit mit dem diesjährigen Friedensnobelpreis ausgezeichnet werden: Ellen Johnson Sirleaf, die Präsidentin Liberias und das erste weibliche Staatsoberhaupt Afrikas, Leymah Roberta Gbowee, Politikerin, Frauenrechtlerin und Friedensaktivistin aus Liberia, sowie Tawakkul Karman, Vorsitzende des Vereins Journalistinnen ohne Ketten aus dem Jemen.

Im Rahmen der Diskussionsveranstaltung ging es passenderweise um eine Standortbestimmung und Perspektiven für das zukünftige, zivilgesellschaftliche Engagement von Frauen in der Friedensarbeit. Einführend blickte Heide Schütz als Vorsitzende des Frauennetzwerks für Frieden auf die vergangenen 15 Jahre des Engagements zurück. Als weiterer Impuls für die Diskussion diente ein Vortrag von Dr. Rita Schäfer in dem sie grundlegende Überlegungen zur Friedensarbeit von Frauen vorstellte und hierbei die gesamte Bandbreite der Handlungsebenen – von der familiären über die lokale Ebene bis hin zur Ebene internationaler Politikprozesse – in den Blick nahm (http://www.fes.de/GPol/pdf/Vortrag_RSchaefer_071011.pdf).

Im Mittelpunkt der sich an den Vortrag anschließenden Fishbowl-Diskussion standen dann fünf Vertreterinnen der „1000 FriedensFrauen“ (http://www.1000peacewomen.org): Seyran Ates (Berlin), Judith Brand (Pristina), Marianne Grosspietsch (Dortmund), Cathrin Schauer, (Plauen) und Bosiljka Schedlich (Berlin). Im Rahmen des Fishbowl wurde die zuvor eröffnete analytische Perspektive um Erfahrungen ergänzt, die diese Frauen in der konkreten Friedensarbeit gemacht haben. Zudem wurde anhand dieser Beispiele herausgearbeitet was Friedensarbeit, insbesondere von Frauen, heute kennzeichnet und welche Erwartungen und welche Anforderungen diejenigen, die in Friedensprojekten tätig sind, an Gesellschaft und Politik stellen. In der Diskussion zeigte sich unter anderem, dass vor allem die Frage nach einer dauerhaften Finanzierung des zivilgesellschaftlichen Engagements einerseits in Kombination mit der erforderlichen politischen Unabhängigkeit (dieses Engagements) andererseits weiterhin eine zentrale Herausforderung für zivilgesellschaftliche Friedensarbeit von Frauen ist und auf absehbare Zeit bleiben wird. Als Forderung für die Zukunft wurde unter anderem die Notwendigkeit einer Stärkung des Präventionsgedankens betont ebenso wie der Bedarf für einen Ansatz der die verschiedenen Ebenen des Engagements – wie sie im Vortrag von Rita Schäfer herausgearbeitet wurden – stärker miteinander verbindet. Eine Gesamtdokumentation der Veranstaltung wird in Kürze auf der Homepage des Frauennetzwerks für Frieden und der Friedrich-Ebert-Stiftung zur Verfügung gestellt.
Begleitend zu der Veranstaltung wurde ein Teil der Ausstellung „Ohne Frauen kein Frieden“ gezeigt.

 

 

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