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KARO AKTUELL AUSGABE FRÜHJAHR 2017

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#rotlichtaus

KARO unterstützt die Kampagne

KARO e.V. zählt zu den UnterstützerInnen von #ROTLICHTAUS. Ziel dieser bundesweiten Kampagne ist eine öffentliche Debatte anzustoßen, um die Ausbeutung von meist armen Frauen in der Prostitution gemeinsam zu bekämpfen.

Mit der Liberalisierung des Prostitutionsgesetzes von 2001 und der EU-Osterweiterung hat die Prostitution in Deutschland in den letzten 15 Jahren ein neues, erschreckendes Gesicht erhalten. Die autonom arbeitende und selbstständige Prostituierte, die auf Augenhöhe mit ihren Freiern agiert und verhandelt, war und ist heute mehr denn je eine Wunschvorstellung. Frauen, die heute auf dem Straßenstrich oder in Großbordellen prostituiert werden, sind meist sehr jung und können oft kaum ein Wort Deutsch. Sie sind durch Zwang, unlautere Anwerbung und armutsbedingt in den Billigsex-Teufelskreis und damit in ein fast unentrinnbares Ausbeutungssystem geraten. Nahezu keine der unzähligen Armutsprostituierten ist kranken-, geschweige denn sozialversichert. Was wir heute im Rotlichtmilieu in Deutschland erleben, erinnert an sklavenähnliche Abhängigkeiten aus einer Zeit, die wir längst überwunden glaubten. In vielen Ländern ist der Sexkauf inzwischen verboten, weil die Gesellschaften erkannt haben, dass Prostitution keine „Privatsache“ ist, sondern dass durch ihre staatliche Legalisierung alle Frauen gesellschaftlich degradiert und entwürdigt werden. Länder wie Schweden, Norwegen, Finnland, Island, Irland und Frankreich halten aus prinzipieller Sicht Prostitution nicht mit den Menschenrechten vereinbar und haben deshalb die Nachfrage nach käuflichem Sex unter Strafe gestellt. Auch die Europäische Kommission empfiehlt seit langem ihren Mitgliedstaaten dieses Modell umzusetzen, um dem wachsenden Menschenhandel in Ländern mit legalisierter Prostitution, wirksam entgegen arbeiten zu können. In Deutschland sind wir von derart konsequenten und erfolgsbringenden Maßnahmen noch weit entfernt. Das im Jahr 2016 verabschiedete Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG) bietet nur zaghafte Regulierungsbestimmungen. Ob die Ausbeutung von Frauen in der Prostitution damit wenigstens ein wenig eingeschränkt werden kann, wird stark davon abhängen, wie die Länder ihre jeweiligen Landesdurchführungsverordnungen gestalten und ob die dann ausführenden Behörden dem Einfluss der Profiteure der Prostitutionsindustrie widerstehen können. Denn die Prostitutionsindustrie hat ein großes Interesse an einer Nichtregulierung ihres Geschäftszweigs mit der Ware Mensch. Wenn jetzt Kostenersparnis und Verwaltungsvereinfachung die Direktiven bei der Umsetzung des ProstSchutzG werden, bleibt der Schutz der Prostituierten auf der Strecke und es wird direkt den Ausbeutern in die Hände gespielt. Um Prostitution als Menschenrechtsverletzung zu erkennen und beenden zu können, braucht es erheblich mehr als ein paar neue Regulierungen. Es braucht einen Einstellungswandel in unserer Gesellschaft zu Frauen, zu Männern, zu gleichberechtigter und wirklich freier Sexualität. Und Prostitution muss als ethisches Problem verstanden werden, das zu lösen, eine wichtige gesellschaftliche Herausforderung ist. Die RotlichtAus Kampagne leistet dazu einen notwendigen Beitrag.

Weitere Informationen zum Thema

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Unter www.rotlichtaus.de erfahren Sie Details über die Hintergründe, Strategien und Initiatoren.