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Seit 1994 engagiert sich KARO gegen Zwangsprostitution, Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung von Kindern. Ziel des Vereins ist es, Kindern, Jugendlichen und Frauen, die physische, psychische und/oder sexuelle Gewalt erfahren haben, Schutz und Hilfe anzubieten.

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Beratungsstellen
KARO e.V. unterhält zwei Beratungsstellen als Anlaufstelle für Kinder, Jugendliche und Frauen im Prostitutions- und Drogenmilieu sowie für Betroffene von (sexueller) Gewalt. Die Beratungen arbeiten mit systemischem Ansatz im Kontext von HIV und sexuell übertragbaren Krankheiten sowie sexueller Ausbeutung von Kindern, Jugendlichen und Frauen.

 

Unser Angebot richtet sich nicht nur an Frauen, sondern auch an Männer sowie an Jugendliche beiderlei Geschlechts. Auch Angehörigen von Betroffenen bieten die Beratungsstellen Rat und Unterstützung.

 

Betroffene können auch eine telefonische Beratung in Anspruch nehmen.

 

Angebote

 

Die Beratungsstellen in Cheb und Plauen bieten Betroffenen:
  • psychosoziale Beratung
  • Krisenintervention
  • kurz- und langfristige Schutz- , und Unterbringungsmöglichkeiten
  • Hilfen sowie Unterstützung beim Ausstieg aus der Prostitution
  • die Möglichkeit zu duschen und Wäsche zu waschen
  • kostenlose Abgabe von Kleidung und Hygieneartikeln
  • die Möglichkeit zum Essen und Ausruhen
  • Case-Management, Beratung, Begleitung, und Unterstützung bei der Suche nach Alternativen zum bisherigen Lebensweg
  • Rechtsberatung
  • Unterstützung im Rahmen von Anzeigenerstattung und Gerichtsverhandlungen
  • Vermittlung sowie Begleitung zu ÄrztInnen, RechtsanwältInnen, PsychologInnen
  • Prozessvorbereitung, -begleitung sowie -nachbereitung
  • Hilfe bei der Wiedereingliederung bzw. Rückführung in soziale Strukturen in den Herkunftsländern
  • weiterführende Hilfen

 

Beratungsstelle in Plauen

  • fachberatungsstelle Opfer für Menschenhandel
  • Beratungsstelle sexueller Missbrauch und Gewalt
  • Beratungsstelle für prostituierte aller Nationalitäten
  • Prävention in den Bereichen HIV/AIDS und sexuell übertragbare Krankheiten

 

Beratungsstelle Marita P.
Im September 1996 eröffnete KARO mit der Unterstützung des tschechischen Gesundheitsministeriums, der Kommune und des Landkreises Cheb sowie vieler Sponsoren eine psychosoziale Beratungsstelle in Cheb in der Tschechischen Republik. Diese Beratungsstelle erhielt den Namen „Marita P.“

 

Im Jahr 2002 wurde die Unterstützung durch die Stadt Cheb eingestellt und die Beratungsstelle geschlossen.

 

Bereits Anfang Oktober 2002 konnte die Beratungsarbeit in neuen Räumen, die mit Hilfe von Spenden angemietet wurden, fortgeführt werden. In der Beratungsstelle Marita P. finden Frauen und Kinder Hilfe und eine „Auszeit“ vom Straßenstrich oder bordellähnlichen Einrichtungen.

 

Marita P. war 1983 eine der ersten Frauen in Deutschland, die sich mit dem tödlichen HI- Virus infizierte. Sie war Prostituierte, dann wurde sie drogenabhängig. Schließlich erkrankte sie an AIDS. 1995 veröffentlichte sie beim Christof Links Verlag ihr Buch „Aids hat mir das Leben gerettet- Meine Jahre zwischen Edelstrich und Drogensumpf“.

 

Cathrin Schauer war mit ihr befreundet, betreute sie in der Endphase ihrer Krankheit und begleitete sie bis zum Tod. Am 18.06.1997 starb Marita P. in ihren Armen in einem Krankenhaus in Norddeutschland. Zur Erinnerung und als Zeichen der Freundschaft zwischen den beiden Frauen erhielt die Beratungsstelle diesen Namen.

 

Für Marita P. von Franziska Schauer Juni 1997

 

Ein regnerischer Tag im Juni.
Vor ein paar Tagen bist du gerade mal 44 geworden.
Und jetzt ist dein Leben schon vorbei.
Warum warst Du so dumm?
Warum hast du das gemacht?
War es deine Vergangenheit?
Sollte die Zukunft besser werden?
Was hast du dir davon versprochen?
Hast du nicht bemerkt, dass alles nur viel schlimmer wurde?

 

Warum?

 

Du wusstest es.
Einmal Heroin immer Heroin.
Du wusstest ebenso, dass es nichts bringt, den eigenen Körper für Geld zu verkaufen, nur um besser zu sein, als all die anderen.
Du warst nicht besser.
Nur hast du dies zu spät bemerkt.
Keine Tränen, keine Trauer.
Wir wussten alle, dass es so kommen wird.
Du hast dich selbst kaputt gemacht und die anderen sahen tatenlos zu.

 

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Düsseldorfer Designstudenten Sön Becker und Felix Demandt engagieren sich für KARO

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